ROUTE 66 - Mit der Harley auf den schönsten Routen
unterwegs
Vom 12.07. – 01.08.2010 mit dem Motorrad durch die USA
(gebucht über KinzelReisen) Geplant und vorbereitet war die Reise schon lange bevor es
losgehen sollte. Etliche Stunden haben wir gesessen und die Strecke
ausgearbeitet. Geholfen hat uns die Aufzeichnung von Werner, der diese Tour
schon gemacht hatte. Viel Gepäck konnten wir nicht mitnehmen. Alles musste in
ein paar Beuteln Platz finden. Und dann kam der Montag, 12.07.2010.
Montag 12.07.2010
Micha hat den Wagen, der uns zum Flughafen nach Hamburg bringen sollte zu
8.00 Uhr bestellt. (Ich hatte nicht darauf geachtet, dass wir 2 Std.
vorher da sein sollten). Der Wagen kam um kurz nach 8.00 Uhr. Der Fahrer sagte
uns, es wäre auf der einen Strecke ein Unfall und auf der Autobahn ein Stau.
Trotzdem sollte die Zeit reichen, da der Flug nach Frankfurt ein Inlandflug war
und man 1 Stunde vor Abflug da sein sollte, jedenfalls unseres Wissens
nach. Britta wollte uns zum Flughafen begleiten und fuhr hinter uns her. Auch
ihr kam die Fahrstrecke etwas eigenartig vor, die unser Fahrer fuhr. Die Zeit
läuft uns weg und wir werden langsam unruhig. Der Flug geht um 10.10 Uhr und die
Uhr zeigt schon fast halb zehn. Und dann endlich sind wir da. Jetzt nur noch
das Gepäck unter den Arm und nichts wie zum Schalter. Doch hier der nächste
Schock. Die Bordkarten müssen wir selber am Automaten ziehen. Dafür müssen Namen
usw. eingegeben werden. Britta, fängt schon mal damit an, aber nach einem
Augenblick können wir nur noch auf dem Bildschirm lesen „Boarding beendet“. Wir
machen uns auf den Weg zum Lufthansaschalter. Hier erfahren wir, dass wir nicht
mehr genug Zeit für die Sicherheitskontrolle haben. Das heißt: Flug
verpasst!! Aber wir haben Glück im Unglück, die Dame am Schalter ist sehr
freundlich und checkt uns dann nach Rücksprachen auf den 12.10 Uhr Flug ein,
ohne weitere Gebühren. Sollten wir trotzdem in Frankfurt nicht den Anschlussflug
schaffen, hat sich der Urlaub erledigt. Das Gepäck wird aufgegeben und jetzt
gibt es erst mal Kaffee. Britta macht uns Mut, sie meint wir schaffen das in
Frankfurt. Nachdem wir uns von ihr verabschiedet haben, machen wir uns auf den
Weg zum Gate. Der Abflug verspätet sich. Statt 12.10 Uhr geht es um 12.40
Uhr los. Wieder heißt es zittern. Dann endlich, um 13.37 Uhr kommen wir in
Frankfurt an, planmäßig wäre es 13.15 Uhr gewesen. Zum Glück liegen die Gates
nicht so weit auseinander, trotzdem rennen wir zum Gate A55. Hier ist eine
riesige Schlange, aber wir haben es geschafft. Um 14.00 Uhr soll die Maschine
der United Airline starten, tatsächlich geht es erst um 15.00 Uhr los. Die
Flugstrecke führt über Schottland, Island, Grönland, Kanada nach San Francisco.
Es ist wolkenlos und es sind sogar die Eisberge im Wasser zu sehen. Man serviert
uns Hähnchen oder Ravioli nach Wunsch. Nicht sehr schmackhaft, aber der Hunger
treibt’ s rein. Dann laufen jede Menge Filme. Um 16.20 Uhr Ortszeit (9 Stunden
Zeitverschiebung) landen wir in San Francisco. Die sogenannte „ Berüchtigte“
Einreisekontrolle wurde mit einer Freundlichkeit der Customer schnell geschafft.
Jetzt das Gepäck holen, eine Taxe ordern und nach Millbrea zum Hotel El
Rancho Inn & Suites fahren. Hier checken wir ein. Uns wird der Weg zu
unserem Zimmer erklärt und nach einem Irrweg finden wir dieses. Es
entpuppt sich als eine Suite und hat neben Küche und Wohnraum 2 Schlafzimmer.
Das haben wir nicht erwartet. Jetzt wird das Gepäck abgelegt und nach einer
Tasse fürchterlich schlechtem Kaffee, den ich zubereitet habe, geht es erst mal
in den Pool. Nach dieser Erfrischung wird noch etwas eingekauft. Wir sind
erleichtert, denn der Tag ist gut zu Ende gegangen.
Dienstag 13.07.2010
Wir sind um 8.30 Uhr aufgestanden. Das Frühstück im Hotel war ok,
aber gewöhnungsbedürftig, da nur auf süß ausgerichtet. Kurz vor 9.00 Uhr geht
Uwe zur Rezeption, um bei Eagle Rider wegen der gemieteten Motorräder anzurufen.
Die Rezeptionistin ist so nett, das für ihn zu erledigen. Um kurz nach 9.00 Uhr
kommt ein Wagen um uns abzuholen. Ein Lincoln, man sitzt wie auf dem Sofa. Auf
der Fahrt bekommen wir die ersten Eindrücke von der Metropole San Francisco.
Nach ca. einer halben Stunde erreichen wir Eagle Rider, wo die Motorräder
gebucht sind. Die Mitarbeiter haben Stress. Viele Maschinen werden abgeholt.
Dann kommen wir endlich dran. Papierkram erledigen, Helm aussuchen und die
Maschinen übernehmen. Nun fängt der Urlaub erst richtig an. Es geht los und
gleich biegen wir falsch ab. Das hat Folgen, denn durch die ganzen
Einbahnstraßen, finden wir uns nicht so schnell zurecht. Und dann, das Moped
braucht Futter. Eine Tankstelle finden, ist in einer fremden Stadt gar nicht so
leicht. Fragen hilft und wir bekommen eine gute Wegbeschreibung. Vollgetankt
machen wir uns wieder auf den Weg und kommen schließlich im Hotel an. Jetzt
müssen die Maschinen gepackt werden. Wir checken danach aus und buchen gleich
für die letzte Nacht, am Ende des Urlaubs. Und wir dürfen den Koffer im
Hotel unterstellen, da wir ihn nicht mitnehmen können. Nun heißt es Navi
programmieren. Nachdem auch das erledigt ist, geht die Fahrt los. Etwas
anders als geplant erreichen wir, in Höhe von Half Moon Bay, den Highway
Number 1 . Die Straße führt an der Steilküste entlang. Nicht nur Kurven,
auch geht es rauf und runter. Wir passieren San Gregorio, Pescadero Point und
Pigeon Point. Der Nebel, der am Morgen fast immer die Küste einhüllt, hat sich
aufgelöst. Ab und zu halten wir an, um die Aussicht auf den Pacific und die
Küstenlandschaft zu genießen. Der Highway führt uns weiter vorbei an
Davenport, Santa Cruz und Capitola. Von der Straße können wir den
Leuchtturm von Pacific Grove sehen. Um etwa 19.30 Uhr erreichen wir
Monterey und bekommen ein Zimmer im Holiday Inn Express. Wir bringen das
Gepäck auf‘ s Zimmer und gehen dann noch mal zum Hafen. Hier können wir einen
Seeotter beim Verzehren eines Aals beobachten. Und am Strand und auf den Stegen
im Hafen liegen jede Menge Seelöwen. Hier kaufe ich die 1. Karte für Oma, leider
ohne Briefmarke. Zurück im Zimmer wird noch schnell die Karte geschrieben und
dann ins Bett.
Mittwoch 14.07.2010
Um 6.30 Uhr ist die Nacht vorbei. Wahrscheinlich machen sich die 9 Stunden
Zeitverschiebung bemerkbar. Jetzt wird erst einmal Axel angerufen und zum
Geburtstag gratuliert. Dann langsam fertig machen und zum Frühstück. Auf
Pappteller und mit Plastikmesser versuchen wir Muffins, Toast usw. in ein
Frühstück zu verwandeln. Auch der Kaffee, aus Pappbechern, ist nicht
das Gelbe vom Ei. So gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg. Da wir den
17 Miles Drive nicht fahren können ( nur per Auto ), machen wir in Carmel
einen Abstecher an den Strand. Ich will versuchen ein paar Fotos vom Pebblé
Beach Golfplatz zu machen. Habe es Eva versprochen. Es klappt, man kann zum
Golfplatz rüber sehen und die Aufnahmen sind schnell gemacht. Weiter geht es
vorbei an Big Sur, Lucia und Gorda nach San Simeon. Die Fahrt an der Küste
entlang ist traumhaft. Immer wieder sind Haltemöglichkeiten, wenn sich ein
toller Blick auf’ s Meer und die Landschaft ergibt. Wir kommen zu einem
Strandabschnitt, auf dem sich Seeelefanten sonnen und die Erdhörnchen um Futter
betteln. Und immer wieder kreisen Adler über uns, manchmal sogar 9 an der
Zahl. Bei San Simeon liegt Hearst Castle, welches wir besichtigen wollen. Man
kann es von der Straße aus hoch in den Bergen sehen. Wir fahren zum Abfahrtsort
der Besucherbusse, aber er ist von Touristen überlaufen und wir ziehen es vor
weiter zu fahren. An Cambria und Morro Bay vorbei führt uns der Weg nach San
Luis Obispo. Hier kommen Highway 1 und 101 zusammen und in Höhe Pismo Beach
trennen sie sich wieder. Jetzt führt uns der Highway 1 von der Küste weg. Es
kommen uns wenige Autos entgegen, ab und zu auch mal ein Motorrad. Die
Temperatur ist so, dass man im T-Shirt fahren kann. Bei Las Cruces führt die
Straße wieder Richtung Küste. Über den Gaviota Pass erreichen wir Gaviota und
fahren weiter, an Goleta und Santa Barbara vorbei. In Carpinteria, (hinter Santa
Barbara) finden wir ein Motel. Es ist günstig und erfüllt seinen Zweck. Hier
soll unser 2. Stop sein.
Donnerstag 15.07.2010
Um 6.00 Uhr werden wir von den ersten, wegfahrenden Autos
geweckt. Um 6.30 machen wir uns fertig. Das typische Frühstück, Muffins usw.
nehmen wir unterwegs ein und es reicht für den Tag. Heute fahren wir die
Küstenstraße nach Los Angeles, vorbei an Malibu und Santa Monica. Auf dem Sunset
Bvd geht‘ s in die Stadt. Die Hügel hinauf und hinunter kurven wir durch Beverly
Hills. Dann geht es weiter auf dem Hollywood Bvd. Es ist heiß und lange halten
wir es in der Stadt nicht aus. Schaufensterbummel und Rodeo Drive kommt bei den
Menschenmassen und Temperaturen nicht in Frage. Ein paar Sterne werden
fotografiert und das Tom Tom neu programmiert und dann geht es weiter Richtung
Long Beach. Micha fährt teilweise vor. Dann müssen wir vom Highway abfahren
und Micha sieht im letzten Moment das wir die Spur wechseln. Die nächste
Möglichkeit zum Halten nutzen wir um auf ihn zu warten. Anrufen geht nicht. Wir
haben seine Nummer nicht, da er sein privates Handy mit hat. Also Britta eine
SMS schicken, sie soll weiter helfen, sollte Micha dort anrufen. Wir müssen
lange warten bis Micha kommt. Er hatte beim Abbiegen die Feder vom Ständer
verloren und musste das erst in Ordnung bringen. Jetzt werden erst mal die
Telefonnummern ins Handy gespeichert. Dann geht es weiter nach Long Beach. Wir
schauen uns die Queen Mary an, die als Hotelschiff im Hafen liegt. Von
dort vorbei an San Clemente nach Oceanside. Im Motel Days Inn machen
wir Station. Nun ist baden im Pazifik für die Herren angesagt. Wieder im Motel
will Micha seine Bilder und Filme komprimieren. Stattdessen formatiert er die
Speicherkarte und alles ist weg. Ärgerlich, aber nicht zu ändern.
Freitag 16.07.2010
Jetzt geht es Richtung San Diego. Die Landschaft ist traumhaft, teilweise
geht es durch die Berge. Da ist der Wind heiß wie aus dem Ofen. Am Wasser
entlang ist es durch den kalten Seewind erträglich. San Diego ist tierisch heiß.
Wir fahren zum Hafen. Hier liegen 2 alte Segler. Ein Stück weiter die Midway,
die zu besichtigen ist und auf dem unteren Deck ein Cafe hat. Auch hier ist es
voller Menschen und wir nehmen reiß aus vor dem Gewühl .Jetzt fahren wir von der
Küste weg ins Land. Unser Weg führt uns vorbei an Spring Valley, El Cajon,
Alpine nach Pine Valley. Hier haben wir in einem
Coffeeshop einen Salatteller gegessen, mal etwas anderes als fast Food. Und ich
habe endlich, nach x Versuchen, meine Briefmarken im Postoffice nebenan
bekommen. Die erste Karte geht jetzt auf Reisen. Dann geht es weiter nach
Julian. Im Butterfield Bed & Breakfast außerhalb von Julian mieten wir uns
ein. Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, geht es nochmal mit den Maschinen in
den Ort, ein wenig bummeln und ein paar Einkäufe tätigen. Dann ist auch dieser
Tag zu Ende.
Samstag 17.07.2010
Das Frühstück war toll, die Besitzerin hat uns bekocht, das Beste bisher. Um
10.20 Uhr brechen wir auf Richtung Palm Springs. Das erste Teilstück durch die
Berge nach Palm Dessert ist gigantisch. Wir erreichen Palm Springs,
dann Yucca Valley und Joshua Tree. Es ist heiß, kaum auszuhalten. Micha’ s Nase
ist schön rot geworden, weiß abgesetzt durch die Sonnenbrille. Um 14.00 Uhr
machen wir Getränkepause. Die Orte auf der Strecke haben teils schöne Häuser,
aber oft auch Hütten. Stop ist heute in 29 Palms im Motel El Rancho Dolores.
Hier gibt es eine Waschmaschine. Nachdem die Wäsche in derselben (ohne
Waschmittel) ist, geht’s in den Pool. Dann die Wäsche in den Trockner. Nach
ausgedehntem Baden machen wir uns ausgehfertig und gehen Salat essen und Wasser
kaufen. Anschließend geht es zurück und ich schreibe die 2. Karte für Oma (
Briefmarken habe ich jetzt ja ). Das Bett hat uns wie eigentlich jeden
Abend um ca. 19.30 Uhr wieder
Sonntag 18.07.2010
7.45 Uhr ist alles startklar. Es geht Richtung Lake Havasu. Die Landschaft
ist fast unwirklich. Abwechslung bringen die Pässe Clarks und Granite auf dem
Weg nach Vidal Junction. Von hier fahren wir nach Parker und weiter zum Lake
Havasu. Lake Havasu City ist Ausflugspunkt und somit voller Menschen. Also
etwas trinken, Wasser kaufen und weiter. Uwe geht es nicht gut. Er bekommt
Krämpfe. Aber es geht weiter. Bei Franconia fahren wir auf den Highway bis
Topock. Hier geht es auf die Route 66 nach Golden Shores. Wir wollen
unseren Stop machen. Aber das wird nichts, kein Hotel oder Motel, nur eine Hand
voll Häuser. Also weiter nach Oakman. Hier geht’s in den 1. Shop. Ich möchte
Wasser kaufen, was aber nicht möglich ist. Man schenkt uns 3 halbe Literflaschen
und ich stecke was ins Trinkgeldglas. Uwe‘ s Krämpfe werden schlimmer. Wir
erfahren, dass auch hier keine Übernachtungsmöglichkeit ist. Das heißt weiter
fahren bis Kingman, noch eine gute Stunde. Uwe reißt sich zusammen, wir müssen
da durch. Dann eine Tankstelle. Das heißt Pause und Wasser kaufen. In Kingman
ist gleich das 2. Motel unser. Uwe stellt sich unter die Dusche, die das kalte
Wasser heiß abgibt. Er packt sich ins Bett und ich fahr mit Micha zu McDonald
etwas essen. Hatten heute umgerechnet 47°C. Der Wind war heiß, als ob uns
jemand mit einem heißen Föhn ins Gesicht pustet.
Montag 19.07.2010
Die Nacht war für Uwe nicht gut, am ganzen Körper Krämpfe. 8.45 Uhr stehen
wir auf und ich fahr mit Micha zur Pharmacy Magnesium kaufen. Als wir zurück
sind ist Uwe auf. Er fühlt sich besser, aber noch nicht top. Nun heißt es wieder
packen und erst mal zu McDonald frühstücken. Dann wieder auf die Route 66 .
Unser Weg führt uns vorbei an Berry, Walapai, Antares nach Hackberry. Immer
wieder müssen wir Getränkestops einlegen. Die Gegend ist wie auf einem anderen
Stern, unwirklich. Weiter geht es an Valentine, Truxton, Peach Springs vorbei.
Manchmal sieht man nach den Ortsschildern nur 2 – 3 Häuser oder Hütten. Die
Route 66 führt uns weiter an den Grand Canyon Caverns vorbei nach Audley und
dann nach Seligman. Hier fahren wir das 2. Motel an. Uwe muss sich etwas
erholen. Die Krämpfe sind durch die Magnesiumtabletten etwas zurück gegangen.
Heute ist das kalte Wasser zum Duschen auch kalt und Uwe legt sich hin und
schläft erst mal. Ich geh mit Micha so um 15.30 den Ort erkunden. Weit und breit
keine Bank, wo wir Schecks tauschen können. Nur Giftshops, „ Supermarkt“
und Burger. Das einzige Restaurant hat zu. Uwe macht sich um 16.30
ausgehfertig. Wir versuchen im Office die Schecks zu tauschen. Es klappt. Nun
wird geshoppt und „ Mikrowellen Futter“ gekauft, da uns der Hunger plagt
und wir die Burger nicht mehr sehen können. Um 18.30 Uhr ist alles vertilgt und
jeder liegt faul auf dem Bett. Hoffentlich ist der morgige Tag auch nicht wärmer
als der heutige. Es ließ sich gut aushalten.
Dienstag 20.07.2010
Nach einem Gewitter in der Nacht, das ein wenig Abkühlung gebracht hat,
machen wir uns um 8.00 Uhr wieder auf den Weg. Uwe hat eine von 3 Bananen
gegessen, die wir wegen der Hitze im Kühlschrank gelagert hatten. (Alle 3 sind
gefroren.) Unterwegs machen wir einen Stop und Micha und ich holen uns etwas
Essbares ( nicht zu genießen, aber der Hunger treibt es rein, wenigstens
teilweise). Uwe trinkt einen Kakao. Nach der Pause geht es weiter Richtung
Prescott. Wir passieren Ash Fork, Paulden und Chino Valley. Die Landschaft
wechselt wieder ihr Bild. Es weht ein „kühler“ Wind. Nun geht es über die Pässe.
In Prescott machen wir noch mal einen Cola-Stop. Dann weiter nach Jerome. Schöne
Kurven und hin und wieder durch „Wald“. Doch dann holt uns der Regen ein,
zeitweise. Nachdem wir Clarkdale und Bridgport hinter uns gelassen haben, geht
es durch die Red Rocks nach Sedona. Dem alten Highway 89 folgen wir nach Norden.
Kurz vor Flagstaff erreichen wir den Highway 40 und folgen ihm nach Westen.
Wir wollen jetzt noch bis Williams fahren. Die letzten Kilometer, dann in
Williams das nächste Motel (wieder ein El Rancho), gerade vor dem nächsten Guss,
geschafft. Es blitzt und donnert, aber die Dusche tut jetzt gut. Gleich noch
essen und dann für morgen planen und nur noch auf‘ s Bett.
Mittwoch21.07.2010
Um 8.00 Uhr geht es los, Getränke kaufen und für Uwe und mich eine Milch.
Micha ein Snickers. Dann auf die Piste zum Grand Canyon. Es ist schon gigantisch
wie weit man sieht und wie sich die Landschaft verändert. Am Eingang vom
Grand Canyon Nationalpark grasen in aller Ruhe 3 riesige Hirsche. Wir genießen
die Aussicht und machen ein paar Fotos und dann weiter. Der Canyon ist schon
überwältigend. Wir fahren an ihm entlang, mit Foto Stops, bis nach Dessert View.
Auch hier wird ein Stop eingelegt. Dann geht es weiter bis Cameron. Hier wollten
wir eigentlich übernachten, aber nicht ein Hotel oder Motel zu sehen.
Vielleicht eine Hand voll Häuser und eine Tankstelle. Es bleibt uns nichts
anderes übrig, als bis Kayenta zu fahren. Um 16.00 Uhr treffen wir dort ein.
Kurze Pause, Bleibe gesucht und dann beschließen wir noch zum Monument Valley zu
fahren. Ich hatte gelesen, am Nachmittag, oder frühen Abend, also
Sonnenuntergang, soll es besonders toll wirken. Bei den Indianern wird
vorher noch nach Schmuck geschaut. An ein paar Sachen können wir nicht vorbei
gehen. Im Sonnenschein wirkt diese traumhafte Landschaft noch mehr. Auch in
diesem Nationalpark wird Eintritt verlangt, was auch ok ist. Trotzdem bewundern
wir dieses Gebiet nur von außen, da die Straßen nicht befestigt sind und wir mit
den Maschinen nicht unbedingt auf Schotter fahren wollen. Dann machen wir
kehrt. Um 17.30 Uhr sind wir wieder im Motel. Jetzt rein in die Badesachen
und ab in den Pool. Das Wasser ist kalt und all zu lange halten wir es nicht
aus. Dann hoch ins Zimmer und fertig machen und Essen gehen. An der Rezeption
empfiehlt man uns ein Lokal um die Ecke. Wir gehen auch hin und sind über den
äußeren Zustand erschrocken. Trotzdem gehen wir rein. Von innen ein ganz anderes
Bild. Es ist sauber und gut. Auch das Essen ist gut. Wir wundern uns, dass das
Lokal schon sehr früh Küchenschluss hat. Natürlich, wir sind ja in Utha und die
Uhr muss 1 Stunde vor gestellt werden, das haben wir vergessen. Zufrieden machen
wir uns auf den Weg ins Bett.
Donnerstag 22.07.2010
Heute ist das Frühstück im Preis enthalten und wir brauchen nicht suchen und
überlegen wohin wir gehen sollen. Dafür meint der Himmel es nicht gut mit uns.
Es regnet und auch warten nutzt nichts. Also rein ins Regenzeug und rauf auf die
Böcke. Einen Teil der gestern gefahrenen Meilen müssen wir zurückfahren, bis wir
auf die 98 kommen. Wir fahren dem Regen davon. Als es aufhört, sofort raus aus
den Jacken und weiter im T-Shirt. Die Landschaft ist unbeschreiblich. In
Page, am Lake Powell, tauschen wir die letzten Reisechecks. Die 2. Bank, die wir
aufsuchen, ist so freundlich und das ganz ohne Gebühren. Hier treffen wir auf
ein deutsches Paar. Von ihnen erfahren wir, dass die Straßen im Bryce
Canyon nicht befestigt sind und sie schon mit dem Auto Schwierigkeiten hatten.
Und da auch in diesem Nationalpark Eintritt gezahlt werden muss, werden
wir die Strecke auslassen. Da es noch früh ist, machen wir uns wieder
auf den Weg. Es holt uns etwas Regen ein. Also rein in die Jacken für ein paar
Minuten. Dann ist es auch schon wieder vorbei und das heißt: raus aus den
Jacken. Es ist ganz schön warm. Nochmal tanken und ein Eis und dann sind wir
schon in Kanab. Hier suchen wir uns ein Motel. Im Redrock Country Inn finden wir
eine Bleibe mit Pool. Doch der ist leider geschlossen. Im Zimmer stellen wir
fest, es gibt kein Wasser. Es ist abgestellt, erst mal für ½ Stunde, wie uns
gesagt wird. Die Zeit können wir nutzen und wir machen uns auf den Weg und
besorgen etwas zu trinken. Als wir zurück kommen ist das Wasser immer noch
abgestellt. Dann kommt jemand und stellt uns frei eine andere Unterkunft zu
suchen, da die Wasserleitung nicht in Ordnung gebracht werden konnte. Also
alles wieder packen, Geld zurück holen und weiter suchen. Mittlerweile ist
es 19.30 Uhr. Im Ort finden wir dann im Parry Lodge ein Zimmer. Aber es ist
schwierig die Tür aufzuschließen. Nach ein paar vergeblichen Versuchen, hilft
uns ein Gast und wir können ins Zimmer. Da es einen Pool gibt, werden sofort die
Badesachen angezogen und wir stürzen uns ins kühle Wasser. Als wir zurück
kommen, entdecken wir eine Möglichkeit zu waschen. Nachdem die vorhandene
Waschmaschine gefüllt und angestellt ist, gibt es Kaffee. Nun muss die Wäsche
noch in den Trockner, das heißt, es geht heute später ins Bett. Uwe nutzt die
Zeit, um mit einer Wasserflasche und einem Einmalwaschlappen, das Bike
etwas vom Staub zu befreien.
Freitag 23.07.2010
Heute ist Frühstück um 8.30 Uhr, ganz gemütlich. Eine Stunde früher, da wir
uns wieder in einer anderen Zeitzone befinden. Dann wird eingepackt und es geht
in Richtung Zion Nationalpark. Auf dem Parkplatz vor dem großen Tunnel
machen wir Halt. Nun geht es zu Fuß in einen Canyon hinein. Man wird von immer
neuen Eindrücken fast erschlagen. Es geht weiter. Springdale, Grafton, Hurricane
werden passiert. Dann führt uns der Weg von der 9 auf den Highway 15 Richtung
Las Vegas nach Südwesten. Die Hitze, auf dem Highway ist sie noch
schlimmer, bringt einen fast um. Es ist so schon heiß, immer um die 40°C und
kein Schatten, aber die Trucks bringen noch mehr heiße Luft, fast wie mit einem
Heißluftfön, der einem ins Gesicht bläst. Das macht einen fertig. Wir machen
jetzt mehr Pausen und biegen vor Moapa auf die 169 ab. Hier suchen wir eine
Bleibe und finden sie im Best Western Motel in Overton. Gutes Zimmer und ein
Pool. Und ein Computer ist in der Lobby zur freien Nutzung. Aber erst mal 5
Minuten verschnaufen und dann in den Pool. Da kommt das badewannenwarme Wasser
gerade recht. Anschließend noch eine Mail an Andrea und dann ins Bett.
Samstag 24.07.2010
Heute bekommen wir Frühstück im Hotel. Um 8.15 Uhr verlassen wir dieses in
Richtung Hoover Dam. Noch ein Tankstopp und ab auf die Piste. Es wird wieder
tierisch heiß. 109° F, das sind 43° C, sehen wir auf einem Schild. In der Nähe
des Hoover Dams nimmt der Verkehr zu. Hier wird kontrolliert, wie auf dem
Flughafen und deshalb stockt es immer wieder. Ohne Probleme können wir passieren
und machen auf der anderen Seite erst mal Pause. Ausflügler in Massen, die
mit Bussen hier hingebracht werden. Wir setzen uns in den erkämpften Schatten.
Uwe bekommt einen Powerdrink, er hat mit der Hitze zu kämpfen, und auch wir
holen uns Getränke. Nach einer ganzen Weile setzen wir unsere Fahrt fort. Die
Sättel sind von der Sonne so aufgeheizt, das man sich fast das Fell verbrennt.
Es geht Richtung Meadview, Skywalk. Nochmal Pause, Uwe muss etwas trinken
und ich gebe ihm von den Traubenzuckertabletten, die ich geholt habe, da er
nicht essen mag. Um 14°° Uhr erreichen wir Meadview und schauen nach einem
Motel, was gar nicht so einfach ist. Im 1. wird gleich ein Zimmer bezogen. Von
außen sieht es zwar dürftig aus, aber innen ist es ok. Und die Dusche hat
richtig kaltes Wasser.
Sonntag 25.07.2010
Laut Micha soll man ab 7.00 Uhr im Motel frühstücken können. War aber nicht
so, es gab höchstens Kaffee. Darauf haben wir aber verzichtet. Der Grand Canyon
Skywalk hat gerufen und Micha wollte unbedingt hin. Also los, tanken, einen
Milchdrink als Frühstück, Wasser in unsere Flaschen füllen und dann auf die
Strecke. 21 Meilen bis zum Skywalk. Alles läuft gut, doch dann wechselt die
Straße von Asphalt auf Schotter. Nach etwa 5 Meilen Schotterpiste dreht Micha
um. Er will zurück und auf uns warten. Wir wollen weiter und nach etwa 3 Meilen
haben wir wieder Asphaltstraße. Nach den 21 Meilen sind wir am Ziel. Wir
erreichen den Parkplatz. Hier müssen wir die Maschine parken. In dem
angrenzenden Gebäude können wir zwischen 3 möglichen Tickets wählen, aber nur
eines, das teuerste, berechtigt zum Betreten des Skywalk. Außerdem ist der
Besuch einer Ranch und ein Essen mit drin. Wir erstehen das teure Ticket und
werden mit dem Bus zum Skywalk gebracht. Hier muss alles ( Taschen, Kamera,
usw.)in Schließfächer gepackt werden und dann geht es durch eine
Sicherheitsschleuse. Danach noch die Schuhschützer anziehen, damit keine Kratzer
auf die Glasplatten kommen. Und dann geht es los. Was ist das für ein Gefühl,
1250 m über dem Abgrund und nur Glas unter den Füßen? Aber wir haben es
gemeistert, erst mit gemischten Gefühlen, doch dann war es toll. Fotos kann man
machen lassen, 3 Stück für 35 $. Darauf verzichten wir, ebenso auf die Ranch und
das Essen und sind gleich zurück, da Micha wartet und wir nicht wissen, ob er
einen Schattenplatz gefunden hat. Der Weg zurück ist mit Staubschlucken
verbunden. Es kommen uns jede Menge Autos und Busse entgegen. Bei Micha
angekommen wird erst noch kurz pausiert und was getrunken. Nun geht es Richtung
Las Vegas. Es ist irre heiß und Uwe bekommt wieder Probleme. Mit mehreren
Pausen, einigen Powerdrinks, und Traubenzucker kommen wir in Las Vegas an. Auch
hier erst mal eine Getränkepause an einer Tankstelle. Und nun heißt es ein
Zimmer finden. Vor dem Hotel Luxor werden die Maschinen auf den Parkplatz
gefahren und ich mach mich auf den Weg zur Rezeption. Hier ist es wie auf dem
Bahnhof. Es heißt Schlange stehen um ein Zimmer zu bekommen. Also hole ich Uwe
und Micha ins Hotel; sie wollen mir nicht glauben, dass man so lange Anstehen
muss. In der Hotelhalle ist es kühl. Uwe und Micha können sich erholen und
ich kann mich in die Warteschlange einreihen. Nach etwa 1 Stunde ist es
geschafft und wir haben ein Zimmer im Luxor, in der 11. Etage. Der Ausblick ist
toll. Wir sehen auf den Flughafen und auch auf einige der anderen Hotels. Uwe
kann sich gleich auf‘ s Bett packen. Von uns wird dann jeweils die Dusche
getestet und sie hat kaltes Wasser, dafür fühlen sich Duschgel und
Schampoo wie aufgekocht an. Abends wird noch eine Kleinigkeit gegessen, (Uwe
mag nichts) und dann ins Bett. Um sich die Stadt anzusehen ist es einfach zu
heiß und wir sind auch zu geschafft.
Montag 26.07.2010
Um 8.30 Uhr auschecken und los. Tanken und Frühstück. Uwe wieder nur ein
Smoothies. Und dann nichts wie raus aus Las Vegas, solange es nicht so heiß ist.
Für heute haben wir nur eine kurze Strecke von 60 Meilen geplant, am Nachmittag
soll mal richtig ausgespannt werden. Es ist wolkig und der Wind verhältnismäßig
frisch. Ab und zu etwa 3 Regentropfen. Läuft auch alles einigermaßen gut, bis
Uwe auf dem Seitenstreifen anhält. Wieder kein Schatten, wie eigentlich jedes
mal. Es wird was getrunken und ein paar Minuten pausiert. Die Wärme macht Uwe
wieder mächtig zu schaffen. Dann will er los, die letzten 10 Meilen schaffen. Er
steigt auf, lässt die Harley an, kann sie noch aus machen und fällt mit
ihr um. Black out. Micha kommt gleich und hilft die Maschine aufstellen. Uwe
legen wir an den Straßenrand, Füße hoch und jede Menge trinken. Ein Autofahrer
will helfen und dann ein Feuerwehrmann und zum Schluss kommt auch noch die
Highway Patrol. Wir bedanken uns für die angebotene Hilfe und nach einer Weile
geht es Uwe soweit besser, dass wir weiter fahren können. In Pahrump haben wir
unser heutiges Ziel erreicht. Im Best Western bekommen wir ein Zimmer und
Uwe legt sich gleich hin. Micha und ich gehen später noch einkaufen und um 17.30
Uhr essen wir unser Mikrofutter, auch Uwe. Wir beschließen, wenn es Uwe besser
geht, am nächsten Morgen um 5.00 Uhr zu starten, um nicht so in die Wärme
zu kommen und hoffen die Strecke ohne Komplikationen zu schaffen.
Dienstag 27.07.2010
Heute wird um 4.00 Uhr aufgestanden. Um 4.45 Uhr geht es auf die Piste,
nachdem es ein kleines Frühstück mit Keksen und Wasser gegeben hat. Es ist noch
dunkel. Sonnenaufgang ist um 6.00 Uhr. Von Pahrump geht es auf der 160
nach Norden. 2 Rinder stehen direkt an der Straße, aber das ist nicht
ungewöhnlich. Dann erreichen wir den Highway 95 und folgen ihm in westlicher
Richtung. Wir passieren Amargosa Valley, Beatty und Scottys Junction. Bevor wir
in Lida Junction auf die 266 abbiegen, kommen wir über den Stonewall
Pass. Es ist angenehm von der Temperatur. Mit der Zeit wird es „kalt“ und Micha
und ich ziehen Jacken an. Uwe fährt erst mal so weiter, aber nicht lange und er
holt sein langärmeliges T-Shirt raus und zieht es an. Die Straße ist
toll, schöne Kurven und die Landschaft ist ebenfalls genial. Die 266 führt uns
an Lida, Oasis und Deep Springs vorbei, bis wir Big Pine erreichen. Das
Death Valley haben wir so umfahren, die Temperatur von ca. 56° C wollen wir uns
nicht antun. Außerdem fällt die Versicherung für Mensch und Maschine weg . In
Big Pine, das wir um ca. 9.15 Uhr erreichen, meint Uwe es solle weiter gehen
nach Bishop. Da es nicht so heiß ist, geht es ihm besser und deshalb will er
weiter fahren. Unsere Route führt uns auf der 395 nach Norden. Mittlerweile
säumen auch Wälder die Strecke und es riecht teilweise nach Tannen und Holz. Mal
stehen Kühe am Straßenrand und schauen uns doof an. Ein anderes Mal laufen sie
einfach über die Straße, da die Weiden nicht unbedingt eingezäunt sind. In
Bishop angekommen wird nicht groß angehalten. Es ist heiß in der Stadt und Uwe
will weiter, so weit er kann. Die Strecke nach Lee Vining entpuppt sich als
kurvenreich. Wir müssen erneut über einen Pass. Es ist traumhaft. Vor Lee Vining
sind die Straßen auf der rechten Seite gesperrt. Es brennt, die Rauchwolke
können wir sehen. Gegen 11.30 Uhr erreichen wir Lee Vining und suchen ein
Zimmer. Im Mono haben wir Glück, nur müssen wir warten, das Zimmer kann erst um
15 Uhr bezogen werden. Also gehen wir erst mal in den Garten und trinken Tee. Um
12.30 Uhr machen wir einen Rundgang durch den Ort, nicht viel mehr als eine
Straße. Aber einen Giftshop finden wir, in dem ich ein T-Shirt für Uwe erstehe.
Dann ein Lokal, in dem wir uns einen Salat bestellen. Micha bleibt bei Geflügel.
Gesättigt gehen wir zurück und beziehen das Zimmer. Noch einen Kaffee und Tee im
Garten und dann nicht so spät, ruft das Bett.
Mittwoch 28.07.2010
Heute wollen wir um 5.00 Uhr aufstehen, haben dann aber noch ½ Stunde
zugelegt, da es noch zu dunkel ist. Der Tioga – Pass liegt vor uns und den
wollen wir nicht im Dunkeln fahren. Uwe fühlt sich ganz gut. Das Frühstück
besteht aus Keksen und Wasser und für Uwe kommt noch Traubenzucker dazu. Es ist
6.40 Uhr und wir starten. Pullover und Jacke müssen erst mal sein. Wir wissen
nicht wie kalt oder warm es sein wird. Die Sonne ist mittlerweile
aufgegangen. Der Pass entpuppt sich als Tiefkühlschrank. Es ist saukalt, wohl
maximal 10° C, mehr nicht. Das sind etwa 35° Unterschied zu den letzten Tagen,
da hatten wir ca. 47° C. Die Straße windet sich in schönen Kurven immer höher.
Immer öfter tauchen Seen zwischen den Bäumen auf und wir genießen die
Landschaft. Hin und wieder kommt uns ein Auto entgegen. Dann an einer Lichtung
halten wir. Ein Rudel Hirsche grast in der Morgensonne und lässt sich nicht
stören. Micha ist nicht zu sehen und wir fragen uns ob und was passiert
ist. Aber wir warten noch ab. Dann sieht Uwe ihn ein paar Meter zurück, hinter
einem Baum, an der Seite stehen. Kurz darauf kommt er und berichtet. Er hat
wegen der Kälte gestoppt, wie wir auch und hat sich 2 Paar Socken als Handschuhe
angezogen. Es geht weiter durch den Yosemite Nationalpark. Die Landschaft
ist wieder ein Gegensatz zum Vortag. Wir fahren durch Wald und an jeder Menge
Seen vorbei. Eine wunderschöne Landschaft, aber es ist wie im Eishaus. Dann
fahren wir ein Stück im Sonnenschein und halten an einer Stelle, wo wir uns
etwas in der Sonne aufwärmen können. ½ Stunde aufwärmen bringt uns wieder in
Schwung und es geht weiter. Gegen Mittag machen wir Pause in Oakdale und
gehen beim Mexikaner essen. Wir hatten beschlossen, so zu fahren wie Uwe sich
fühlt und eventuell noch einen Stop zu machen, oder nach San Francisco durch zu
fahren. Da die Temperatur nicht so hoch geht, fühlt Uwe sich gut und will
versuchen durch zu fahren. Nachdem wir den Nationalpark verlassen haben, ändert
sich das Landschaftsbild. Riesige Weiden und „Grasland“ so weit man sehen kann,
Hügel umrahmt von Gebirge, dann wieder riesige Obstplantagen. Mittlerweile
auf dem Highway läuft es gut und wir kommen verhältnismäßig schnell voran. Und
so erreichen wir am frühen Nachmittag San Francisco und mieten uns wieder im El
Rancho in Millbrea ein. Unser untergestellter Koffer steht auch bereit.
Nun erst mal Pause und dann in den Pool. Um ca. 18.15 Uhr gehen wir noch schnell
einkaufen und lassen uns dann im Zimmer eine Pizza schmecken. Anschließend
genießen Uwe ein Glas Cidre und ich ein Glas Rotwein. Das erste alkoholische
Getränk seit Beginn unserer Reise. Um 20 Uhr liegen wir mit der nötigen
Bettschwere in den Federn.
Donnerstag 29.07.2010 Heute können wir etwas länger
schlafen. Um 8.45 Uhr gehen wir zum Frühstücken. Aber als wir ankommen, gibt es
nur noch Kaffee. Also einen Kaffee und dann auf die Böcke Richtung Sausalito.
Über San Francisco ist Hochnebel und deshalb ist es kalt. Gegen 11°° Uhr kommen
wir, nach der Golden Gate Passage, in Sausalito an und jetzt reißt der Himmel
auf. Die Sonne kommt und es wird etwas wärmer. Wir gönnen uns ein Eis und
bummeln durch den gepflegten Ort. Wir fahren auch noch mal die
Küstenstraße mit den Maschinen entlang und dann zurück zur Golden Gate.
Hier, neben der Brücke, ist ein Aussichtspunkt, den wir anfahren, um ein
paar Fotos zu machen. Langsam verzieht sich der Nebel. Nun geht es, nachdem
wir die Maut gezahlt haben, zurück über die Golden Gate. Uwe und Micha wollen
unbedingt die Kurven der Lombard Street fahren. Und dann stehen wir an der
Kreuzung. Auf der anderen Seite beginnt ihre Traumstrecke. 30% Gefälle,
überhöhte Kurven. Was haben wir uns nur angetan. Aufatmen nach der letzten
Kurve. Geschafft, wer tut sich so etwas an? Nur wir. Dann zum Pier 39. Ein
Rummelplatz wie im Bilderbuch. Der Verkaufsraum des Hard Rock Cafe‘ s wird in
Augenschein genommen, ein paar Dinge gekauft und dann auf dem äußeren Weg den
Pier umrundet. Die Schwimmstege, auf der einen Seite, werden von Seelöwen
belagert. Nun geht es wieder zum Parkhaus, wo wir die Maschinen abgestellt
haben. Wir wollen noch zum Harley Dealer. Wir finden ihn nicht und haben auch
keine Lust zu suchen. Also nach Hause, eine Tasse Kaffee und dann zum Pizza
essen. Wieder zurück gibt‘ s noch ein Bier, einen Wein und frische Ananas.
Ein Genuss. Dann ruft das Bett.
Freitag 30.07.2010 Heute sind wir etwas früher, da wir
frühstücken wollen. Dann um ca. 9.15 Uhr machen wir uns auf den Weg, die
Maschinen abzugeben. Nach einigen Irrwegen ( wegen Einbahnstraßen ) finden wir
endlich den Eingang von Eagle Rider. Die Maschinen werden ohne Beanstandung
abgenommen und wir holen uns noch einen Eagle Rider Pin. Den 2. bekommen wir
geschenkt. Eagle Rider ordert für uns eine Taxe und lässt uns zur Cable Car
Station bringen. Hier ist Anstehen angesagt, bei den Tickets und auch beim
Einsteigen. Wir teilen uns. Ich in der Warteschlange für die Bahn und die Männer
besorgen die Karten. Nach ca. 45 Minuten sind wir vorne beim Einstieg. Dann kann
ein Platz direkt vorn im Cable Car ergattert werden. Uwe steht draußen und
filmt. Etwa nach einer ¾ Stunde sind wir in Fishermans Warf angekommen. Hier
sehen wir uns etwas um und essen ein Hot Dog. Dann machen wir uns auf den Weg,
den Harley Dealer zu finden. Es werden ein paar Einkäufe getätigt und nun
soll es nach Hause gehen. Gar nicht so einfach. Schließlich fragt Uwe in einem
Geschäft nach und bekommt eine gute Wegbeschreibung. So finden wir zur
Straßenbahn. Dann fragen wir uns zum Bus durch. Für je 4$ fährt uns der Bus etwa
eine ¾ Stunde durch San Francisco nach Hause. So sehen wir nicht nur den Pier
und die City, sondern auch das Umfeld mit den kleinen Häusern. Der Bus fährt
uns bis vor die Haustür des Hotels und hier gibt es Kaffee. Wir wollten
eigentlich in den Pool, haben das dann aber verworfen. Micha und Uwe gehen noch
Essbares besorgen und ich kann gemütlich duschen. Bei je einem Bier und Wein
lassen wir den letzten Abend ausklingen. Morgen geht es zurück nach Hause.
Samstag 31.07.2010
Wir werden um 6.00 Uhr wach, drehen uns aber nochmal um. Um 7.00 Uhr
heißt es aufstehen, fertig machen und die letzten Sachen in den Koffer packen.
Dann geht es zum Frühstück. Es gibt wieder keine Croissantes. Die anderen
Sachen, wie Muffins und Weißbrot können wir nicht mehr sehen, geschweige denn
essen. Aber Frühstück muss sein, wir wissen nicht wann und was es im Flieger zu
essen gibt. Um 9.00 Uhr geht Uwe zum Auschecken und bestellt gleich ein
Shuttle für 10.00 Uhr zum Flughafen. Ist ja etwas früh, aber wir haben keine
Lust auf Stress. Der Kleinbus holt uns ab und wir fahren ein letztes Mal auf San
Francisco‘ s Straßen. Nach dem Check In gehen wir zum Gate. Im Duty Free
Shop verlieren wir Micha. Dann sehen wir ihn in der Wartezone des Gates sitzen
und gemeinsam sehen wir uns das Treiben auf den Andockstationen an. Das
Boarding verschiebt sich mal wieder um einiges. Dann endlich sitzen wir im
Flieger und es geht los; die gleiche Route wie auf dem Hinflug. Auch das Essen
ist das Gleiche, aber der Hunger treibt es rein. Es gibt 4 Filme zu sehen, einer
davon ist der neue Shrek, sehr lustig. Micha und ich können etwas schlafen,
Uwe leider nicht. Zu sehen gibt es auch nichts, außer Wolken. Nach gut 10
Stunden und 30 Minuten landen wir in Frankfurt. Jetzt geht das Chaos wieder los.
Die Maschine bleibt auf dem Vorfeld stehen und wir werden mit Bussen zum
Terminal gebracht. Wir haben nur 1 Std. bis zum Anschlussflug und der wartet
nicht. Der Herr von der Passkontrolle ist nicht der Schnellste. Während seine
Nachbarin 6 Personen abfertigt, bekommt er gerade mal einen fertig und die Zeit
rennt. Endlich können wir weiter zur Sicherheitskontrolle. Hier ist man
freundlich und schickt uns gleich weiter. Auch bei der Kontrolle lässt man uns
auf Bitten vor. Micha wird raus gewunken, warum auch immer ( hatte sein
Handy in der Hosentasche vergessen ), aber unsere Tasche und Fototasche kommen
durch. Die anderen Sachen lassen auf sich warten. Ich schicke Uwe vor zum Gate
A21. Unsere Abfertigung dauert und dann liegt es an der blöden, angebrochenen
Wasserflasche, die ich total vergessen hatte. Ich lass sie wegwerfen und wir
rennen Richtung Gate. Micha kommt als Erster an und ich hab Schwierigkeiten
hinter ihm zu bleiben, aber ich schaffe es dann doch. Uwe hat es hin
bekommen, das man auf uns wartet. Wir sind die letzten im Flieger und es heißt,
es müssen noch Koffer ausgeladen werden von Gästen, die nicht gekommen sind,
dann sollen wir starten. Ich glaube es sind unsere, aber jetzt ist alles egal.
Wir sind auf dem Weg nach Hamburg. Als die Getränke gereicht werden, gönne ich
mir einen Sekt, Uwe und Micha bleiben bei Alkoholfrei. Erleichtert landen wir
nach 50 Minuten in Hamburg. Zu unserer Überraschung sind unsere Gepäckstücke die
Ersten, die über das Gepäckband laufen. Und unser Transfertaxi ist auch da.
Nach einer Stunde sind wir zu Hause und nun müssen wir die ganzen Eindrücke der
letzten 3 Wochen und die gefahrenen fast 5000 km durch Kalifornien, Arizona,
Utha und Nevada verarbeiten. Trotz aller Schwierigkeiten war es ein toller
Urlaub. Das es keine Erholung sein würde, war uns bewusst. Zu einer anderen
Jahreszeit und mit mehr Zeit oder eine kürzere Strecke; wir würden die
Tour immer wieder machen.
Autor Gudrun Langbehn Copyright KinzelReisen |